P-51D Mustang Miss America Hangar 9

Veröffentlicht: Dienstag, 14. April 2009

Text/Bild Michael Wick

Im Forum gibt es ebenfalls einen Bericht in Stichpunkten mit mehr Bildern

Erster Eindruck


Als das Paket vor der Tür stand, habe ich mich gleich ans auspacken gemacht und wie ein Schnitzel gefreut. Mein neuer Flieger war da! Die Packung war wohl schon etwas älter, da sie sehr ausgeblichen war was aber dem Innenleben des riesigen Paketes nichts angetan hat. Alles war sehr sauber und perfekt verpackt, so wünscht sich das ein Modellbauer.
Nach erster kurzer Begutachtung stellte sich heraus, alles an Kleinteilen, bis auf den Spinner war in der Packung enthalten. Die Flächen mussten bis auf zwei kleine Stellen nicht nachgebügelt werden. Es handelte sich aber nur um sehr kleine Falten, die innerhalb kürzester Zeit dann ebenfalls

fest mit dem darunterliegenden Holz verbunden waren.
Ich werde jetzt nur auf die wichtigsten Dinge eingehen, die mir besonders aufgefallen sind, da es ja auch eine Bilderanleitung gibt.

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Fahrwerksausbau


Zuerst habe ich mit dem Fahrwerk begonnen. Da ich nicht das originale Fahrwerk nutzen wollte, was allerdings im Übrigen perfekt in die Flächen eingebaut war, entfernte ich dieses zuerst. Dies funktionierte auch, bis auf das etwas umständliche herausziehen der langen Anlenkung, wunderbar. Mittels der Anlenkung habe ich gleich bei jeder Tragflächenhälfte eine Schnur durchgezogen um später die Schläuche des neuen Fahrwerks leichter durch die Fläche zu bringen.

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Querruder


Da das Fahrwerk noch auf dem Weg von Reno (USA) zu mir war und ich an dieser Stelle nicht weiter bauen konnte habe ich darauffolgend die dünnen Folienscharniere gegen Kavan Scharniere ausgetauscht. Dazu habe ich die Scharnierschlitze, welche schon vorhanden waren mittels zwei dünnen Sägeblättern unterschiedlicher Dicke soweit aufgesägt, dass die dickeren Kavan Scharniere ihren Platz gefunden haben. Weiter ging es dann gleich mit dem Einkleben der Scharniere in die Fläche und die Querruderklappen.  Bisher habe ich das immer mit Epoxy gemacht und hatte damit immer das Problem, dass die Scharniere zugeklebt waren. Diesmal habe ich es mit Weißleim geklebt. Das hat wunderbar funktioniert. Zweimal knicken und den Kleber an den Scharnieren entfernen und fertig war das leichtgängige Ruder. Bei den Querruderklappen wurden zwei kleine 0,8 mm Stahlstifte von unten eingebracht damit sich nichts lösen kann. Sieht man trotz fertig gebügelter Folie so gut wie nicht.

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Motor Teil 1


Es ging weiter mit dem Einbau des Saito 100 GK. Da gibt es eigentlich nicht sonderlich viel zu sagen. In der Bauanleitung ist auch an dieser Stelle sehr gut beschrieben, wie die einzelnen Arbeitsschritte ausgeführt werden müssen. Das einzige was mir etwas negativ aufgefallen ist, waren die Motorträger. Die mitgelieferten Schrauben passten nicht ganz durch die Langschlitze. Somit wurden diese durch ein paar Feilenstriche angepasst. Und siehe da, innerhalb 15 – 20 Minuten war der Motor auch schon am Modell befestigt.

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Motorhaube Teil 1


Weiter ging es mit der Haube, bei der zuerst der grobe Ausschnitt des Motors gemacht wurde und diese dann wie in der Anleitung beschrieben befestigt wurde. Die anderen Ausschnitte für Dämpfer und Düsennadelverstellung sind zur aktuellen Zeit noch nicht fertig ausgeführt, da das Wetter nicht gerade das passende ist um die staubige Arbeit draußen zu verrichten. Zu den Servoeinbauten in der Tragfläche gibt es nichts weiter zu sagen. Einfach der Anleitung folgen.

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Fahrwerkseinbau Teil 1


So nun ist auch ca. 1 Woche nach Weihnachten das Fahrwerk aus den USA angekommen. Das hat die meiste Zeit seiner Reise allerdings beim Zoll verbracht (8 Tage). Zuerst musste jeweils die Aufnahme des Fahrwerks in der Tragfläche etwas ausgearbeitet werden, da das Kunststoffgehäuse des Fahrwerks nicht ganz mit der Größe des mitgelieferten Fahrwerks übereingestimmt hat. Dies ging allerdings mittels einem kleinen Fräser sehr gut. Ein kleines Stück der Radinnenabdeckung (grau) musste wegen den Zylindern entfernt werden. Als dies vollbracht war sind die RoboStruts zusammengebaut worden. Diese mussten etwas gekürzt werden und eine Buchse eingepresst werden. Darauffolgend wurden zwei Bohrungen und zwei Gewinde quer zu der Buchse gebohrt. An dieser Stelle wird das Fahrwerk mit dem Fahrwerksdraht verbunden. Die Buchse sollte mit etwas Hartlot gesichert werden, dabei ist schon erstaunlich, was der Lack auf den RoboStruts für Temperaturen aushält, ohne dass er abfackelt.

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Tragfläche


Bei den Tragflächen ging es nun weiter. Im Prinzip wurde alles laut Anleitung gebaut. Das einzige was anders ist, ist dort, wo das Fahrwerksservo normal hinkommt mittels zwei Magnumeisstengel die zwei Schläuche aus der Fläche geführt werden.  Als die zwei Flächenhälften fertig verklebt waren, und die Löcher für die Befestigung der Schrauben nachgebohrt waren, stelle ich fest, das die Fläche um ca. 5 mm auf der einen Seite weiter vorne war. In der Anleitung war nun angegeben, die Löcher größer aufzubohren. Dies hat mir allerdings nicht sonderlich gut gefallen. Aus diesem Grund habe ich kurzer Hand zwei Buchsen auf der Drehbank erstellt und habe die Löcher um 0,5 mm größer gemacht als der Durchmesser der zwei Buchsen. Daraufhin habe ich die Fläche an den Rumpf geschraubt und ausgerichtet. Nun wurden die Buchsen, welche auf der  Oberseite eine Plane Fläche mit vier Löchern hatten mittels Epoxy an die Tragfläche geklebt. Damit war das Problem der schwammigen Befestigung auch gelöst und die Fläche ist immer perfekt zum Modell ausgerichtet. Die Schrauben flutschen auch sofort in das Gewinde, ohne großes hin und her wackeln.

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Höhenleitwert / Seitenleitwerk


Die nächsten Bauschritte sind wieder nach der Anleitung abgearbeitet worden. Dazu gehört die Hutze auf der Fläche, das einkleben des Höhenleitwerks, Seitenleitwerks usw. (Achtung bei Höhenleitwerk und Seitenleitwerk bevor voreilig alles verklebt wird einmal die Anleitung dazu durchlesen, sonst ist ein aufwendiges Heraustrennen der Ruder nötig) Die zwei Höhenruder sind über ein zweimal gebogenen Draht miteinander verbunden und werden auf einer Seite angelenkt. Der Einbau des Seitenruderservos und des Höhenruderservos gestalten sich auch ohne Probleme.


Motor Teil 2


Nun kam die Anlenkung für den Motor an die Reihe. In der Anleitung war der Motor wie auch im Modell sehr nahe am Spant, was allerdings beim genauen Ansehen für die Anlenkung nicht sonderlich sinnvoll war, da sich diese sehr stark auf ca. 20 mm hätte biegen müssen. Deshalb wurde eine blaue Umhüllung eines alten Anlenkungsbautenzuges genutzt und diese zuerst in die zwei Löcher für die Durchführung der Anlenkung geklebt. In diese wurde nun in 1/3 des Bereiches näher zum Servo hin die mitgelieferte Umhüllung eingeklebt. Damit hatte der Draht zum Vergaser hin mehr Spielraum nach oben und nach unten und konnte sich über eine längere Strecke verbiegen. Damit war auch die Stellkraft für das Servo geringer.

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 Fahrwerkseinbau Teil 2


Weiter geht es mit dem restlichen Einbau der Fahrwerkskomponenten. Der Drucktank wurde neben das Gasservo mit etwas Schaumstoff zwischen Holz und Tank und jeweils zwei Kabelbinder gesichert. Das Steuerservo für das Ventil ist in die freie Stelle und einem zusätzlichen Holz eingeklebt worden. Für das Steuerventil ist ein Holz angefertigt worden, das senkrecht an einen Spant geklebt wurde. Anfangs war das Betankungsventil für das System nicht ganz dicht. Aber nach einer kurzen Konstruktion eines Werkzeuges hat sich herausgestellt, dass es ein Autoventil ist und dieses nicht ganz festgeschraubt war.  Kurz noch die Anlage konfigurieren, den Servoweg festlegen und einen Geberschalter belegen und schon konnte es losgehen. Nach einigen Einstellungen an den Steuerventilen war das Ergebnis schon gar nicht so schlecht. Erst ist eine Fahrwerksseite ausgefahren und kurz darauf die Zweite. Der gleiche Ablauf stelle sich beim Einfahren ein. Im Prinzip ist das auch egal, welche zuerst einfährt bzw. ausfährt. Bei der Originalmaschine ist das ebenfalls unterschiedlich. Der Grund für das unterschiedliche Einfahren ist der Hydraulikkreislauf. Dieser weist je Seite immer minimale Unterschiede auf z.B. durch die Leitungslänge. Dadurch ist ein Fahrwerk minimal bevorzugt. Somit entsteht dieser Effekt.

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Spinner


Für den Spinner habe ich einige Zeit im Internet verbracht. Es gibt zwar viele Aluspinner, aber die meisten waren alle zwei bis drei Millimeter zu groß oder zu klein. Schlussendlich habe ich einen mit 90 mm bei Krumscheid gefunden und diesen auch gleich bestellt. Da der Spinner für alle möglichen Luftschrauben geeignet sein soll, war dieser noch nicht ausgeschnitten. Somit musste dieser an die  Luftschraube angepasst werden. Da bin ich wie folgt vorgegangen. Zuerst wurde eine Platte genommen, die nicht ganz die Breite des Spinners aufweißt. In diese wurde eine Längsachse geritzt und ein passendes Loch gebohrt. Nun wurde die Hinterplatte des Spinners mittels Bohrer passend zu dem Loch fixiert und ebenfalls die Luftschraube. Mittels Lötdraht wurde an der Seite an der die Spinnerplatte übersteht die Form des Propellers abgenommen, auf einen Karton gezeichnet und ausgeschnitten. Nun wurde die Passung geprüft. Durch die Mittelkante auf dem Holzbrett, wurden die jeweiligen Propellerkanten übertragen, damit die zwei Ausschnitte symmetrisch sind. Auf den Spinner wurde an den passenden Stellen die Schablone abgezeichnet und mit dem Dremel ausgearbeitet. Dabei ist darauf zu achten, dass genügend Abstand zwischen Propeller und Luftschraube besteht, da sonst bei einem Durchbiegen der Luftschraube Kerben in den Propeller „geschnitten“ werden. Diese Kerben (Risse) arbeiten sich weiter durch den Propeller bis dieser reist. Wer will das schon?

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Elektronik


Da der Schwerpunkt des Modells mit allen bis jetzt eingebauten Komponenten immer noch zu weit hinten lag, wurde der Akku „etwas schwerer“ gewählt. 2400 mA  mit ca. 250 g Gewicht. Dieser wurde direkt hinter dem Tank platziert. Damit gelang es, den Schwerpunkt bis auf 1 cm an den laut Anleitung angegebenen Schwerpunkt heranzubringen. Dabei wurde der Dämpfer, da dieser noch nicht am Motor befestigt ist, mittels Klebeband an die passende Stelle geklebt. Der Akku ist in Schaumstoff gepackt und mittels einer Holzbrücke gesichert. Auf dieser Holzbrücke wurde zugleich der MPX Hochstromstecker mit 6 Kontakten für die Querruderservos auf einer Platine befestigt. Damit ist sichergestellt, dass die Kabel nicht mit den Servos in Berührung kommen (sich nichts verhaken kann) und der Stecker sicher befestigt ist. Beim herausziehen kann damit auch kein Kabel abgerissen werde.


Cockpit


Zur Kabinenhaube gibt es nicht viel zu sagen. Aufkleber und Sitz für den Piloten sind vorhanden. Ein Pilot selbst wurde noch bestellt und etwas verschönert. Die Haube wurde mit Klebeband gesichert. Sollte sich das Klebeband lösen, gibt es noch Schrauben zur Absicherung.


Motorhaube Teil 2


Jetzt kommt noch der Rest der Haube dran. Für den Motor und den Dämpfer wurde alles mittels Dremel ausgearbeitet. An den Motorspant wurde noch ein kleiner Kunststoffhaken befestigt, auf den der Anschluss zum Anglühen des Motors und der Betankungsstutzen kam. Dazu musste noch ein Ausschnitt in die Haube gemacht werden.

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Abschluss


Der Empfänger wurde natürlich ebenfalls sicher gelagert, aber das sollte sich von selbst verstehen. Die Fernsteuerung wurde noch programmiert und dann war alles soweit für den ersten Motorlauf fertig. Jetzt muss nur noch auf gutes Wetter gewartet werden, dann kann es los gehen.

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Flug 

 

Heute (14.Apr.2009) war es soweit. Das Wetter war perfekt für den Erstflug der P-51. Raus ging es auf den Platz. Das Fahrwerk nochmals getestet. Den Reichweitentest, habe ich schon eine Woche zuvor gemacht, wo ich eigentlich den Erstflug machen wollte, aber die Maschine ging bei jeden Startversuch auf die Nase. Ich habe das Fahrwerk dann etwas weiter nach vorne gekippt. Weiter ging es mit dem Anschmeisen des Motors, dieser startet mit den E-Starter nach wenigen Sekunden. So hat man das gerne. Nun ging es nochmals an die Rollversuche. Diesmal ging es schon weit aus besser, allerdings ist die Maschine beim Starten trotz durchgezogem Höhenruder noch sehr gefährdet auf die Nase zu gehen. Aber es ging dann und die Maschine hob ohne Probleme nach einem sehr kurzen Startweg ab. Sie stieg stetig und gleichmäßig in den Himmel. Zuerst drehte ich ein paar runden ohne das Fahrwerk einzufahren, trimmen musste ich nur einen klick nach unten und einen klick nach rechts fürs Querruder.

Nach ein paar runden testete ich das Fahrwerk. Dies fuhr wunderbar ein und auch wieder aus. Nach ein paar weiteren Kurven ging es an die Landung. Die Maschine setzt mit etwas schleppgas sehr leicht auf. Allerdings kurz bevor sie zum stehen kommt geht sie wieder auf die Nase. Bei einem weiteren Flug war es ähnlich. Ich werde das Fahrwerk jetzt noch etwas weiter nach vorne lehnen. Den Schwerpunkt werde ich allerdings noch etwas nach vorne legen, da sie etwas Hecklastig fliegt.

Text/Bild Michael Wick

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